Letzte Änderung: August 2011
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Der Stall

Für den Stall gibt es 3 wichtige Punkte:

Damit Sie bequem zu Ihrem Hühnerstall kommen, sollten Sie diesen möglichst nah an Ihr eigenes Haus bauen; von den Nachbarn sollte er aber möglichst weit entfernt stehen, damit diese sich nicht über die Lärm- und Geruchsbelästigungen beklagen.


Größe

Als Erstes sollten Sie sich überlegen, wie viele Hühner Sie halten wollen, denn je nach Tierzahl brauchen Sie unterschiedlich viel Platz:

Tierzahl
Stallfläche in m2
Fensterfläche in m2
3
1
0,2
5 - 7
2
0,4
8 - 10
3
0,6
12-15
5
1,0
20 - 25
8
1,5

Normalerweise sieht ein mittelgroßer Hühnerstall ähnlich aus wie ein Gartenhaus. Wer jedoch nur drei Hennen halten will, kann sich eine kleinere Variante bauen, die etwa einen Quadratmeter Grundfläche umfasst und ca. 80 cm hoch ist. Die Tür dient gleichzeitig als Fenster und besteht aus Plexiglas. Das Dach ist am Besten abnehmbar. Damit keine Nässe von unten eindringen kann, stellt man diesen Stall einige Dezimeter erhöht auf. Über eine Hühnerleiter gelangen die Hühner dann ins Freie.

Hält man jedoch mehr als drei Tiere, so sollte man sich schon eine größere Variante bauen, die man auch selbst betreten kann. Einen Vorschlag für einen Hühnerstall gibt es weiter unten oder mit diesem Link.

Wollen Sie Zwerghühner halten, dann können Sie für die vorgegebenen Größen ein Drittel mehr Tiere rechnen.


Beschaffenheit

Dann sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihren Stall aus Holz oder Stein wollen. Meist baut man, vor allem in kleineren Haltungen, einen Stall aus Holz, da dieser einfacher und vor allem billiger zu bauen ist.

Der Stall sollte warm und vor allem hell sein und außerdem gut belüftet. Durchzug ist aber nicht erwünscht. Die Temperatur spielt keine so große Rolle, da die Legeleistung vor allem durch Licht beeinflusst wird und nicht durch Wärme. Trotzdem sollte die Temperatur wenn möglich nicht unter 5 °C absinken, da die Eier bei diesen Temperaturen ihre Entwicklungsfähigkeit verlieren. Dies erreicht man durch doppelte Wände mit einem schützenden Isoliermaterial, wie Steinwolle im Inneren.

Um schlechtem Wetter zu trotzen, sollte der Stall von außen mit einem mehrschichtigen Schutzaufstrich versehen sein. Das Holzdach sollte entweder mit Ziegeln oder mit Dachpappe gedeckt werden. Letztere muss man jedoch alle paar Jahre wechseln, da sie wasserdurchlässig wird.
Der Boden sollte aus Holz oder aus Beton bestehen. Beton schützt relativ gut gegen Mäuse und Ratten, bei einem Holzboden hat man gegen die Nagetiere jedoch kaum eine Chance. Ich selbst habe mich mittlerweile damit abgefunden, dass im Innenbereich der Doppelwand ein paar Mäuse hausen, da man gegen sie ohne Chemie fast machtlos ist. Wenn man den Mäusen das Eindringen jedoch etwas erschweren möchte, dann sollte man unter dem Boden eine dicke Schicht Glasscherben verteilen, in dem die Mäuse nur ungern wohnen. Viel gebracht hat es bei mir allerdings nicht, da sie zu anpassungsfähig sind. Sie klettern sogar die senkrechte, glatte Wand hoch und bauen sich ihr Nest unterm Dach. Aber mit 5 Mäusen im Stall kann ich leben.

Die Fenster sollten am Besten nach Südost zeigen, damit auch schon am frühen Morgen genug Licht in den Stall kommt, was ja für die Legeleistung wichtig ist. Im Sommer sollten sie durch ein Drahtgitter ersetzt werden, damit das Klima auch in schwüler Sommerluft angenehm bleibt. Allerdings darf auch hier kein Durchzug entstehen.

Insgesamt sollte der Stall in seiner Höhe mindestens Ihrer Körpergröße entsprechen, damit das Arbeiten darin nicht zu unangenehm wird. Die Tür sollte ebenfalls gut begehbar sein und mindestens 80 cm in der Breite betragen, damit man auch einmal mit einer Schubkarre hineinkommt.
Als Ausgang für die Hühner baut man eine kleine Klappe, die ca. 25 cm breit und 40 cm hoch sein sollte. Damit durch sie nicht die Einstreu hinausgescharrt werden kann, sollte sie 30 cm über dem Boden gebaut werden. Aus diesem Grund bleibt dann auch die große Tür ganztags geschlossen.

Nachts muss der Hühnerstall geschlossen sein, damit keine Tiere wie Fuchs, Marder oder Iltis eindringen können, die meist alle Hühner auf einmal erledigen.


Einrichtung

Man muss damit rechnen, dass sich die Hühner, vor allem im Winter, sehr oft im Stall aufhalten. Deshalb ist auch die Inneneinrichtung sehr wichtig. Damit die Hühner ihren Trieben nachgehen können, muss der Stall eine dicke Einstreu aus, Stroh, Heu, Erde oder Sand enthalten. Darin können sie ausgiebig scharren und im Sand baden, was zur Körperpflege sehr wichtig ist.

Zur Futteraufnahme stellt man am Besten so genannte Futterautomaten auf. Sie fassen meist ca. 20 Liter und es läuft immer nur soviel Futter in die Rinne, wie die Hühner fressen. Dadurch bleibt das Futter unbeschmutzt, und durch das große Fassungsvermögen muss man nicht täglich füttern.
Einen ähnlichen Automaten verwendet man auch für das Trinkwasser. Auch in diesen läuft immer nur soviel Wasser nach, wie die Hühner trinken. Futter- und Wasserautomat sollten etwas erhöht stehen, damit keine Einstreu in das saubere Wasser/Futter gescharrt werden kann.
Reines Körnerfutter kann man jedoch auch einfach in die Einstreu werfen. Die Hühner picken es dort ebenso gerne auf.

Zum Nächtigen und zur Ruhe brauchen die Hühner Sitzstangen. Diese sollten im oberen Drittel des Stalles angebracht werden, möglichst rund sein und ca. 5 cm dick. Pro Huhn veranschlagt man 20 - 30 cm Platz. Es müssen also immer genug freie Plätze vorhanden sein.
Unter den Sitzstangen hat sich ein Kotbrett sehr bewährt. Dieses sollte man ca. 80 cm über dem Boden festmachen. Es verhindert, dass die Einstreu durch den Nachtkot, der den größten Teil der Ausscheidungen ausmacht, verschmutzt wird. Das Kotbrett sollte aus einer festen Spanplatte mit einem dreifachen Teeraufstrich bestehen. Unter das Kotbrett kann man zwei längsseitige Verstrebungen anbringen, die ein Durchbiegen der Spannplatte verhindern. Wollen Sie es besonders sauber, so sollten Sie ca. 5 - 10 cm über dem Kotbrett noch einen festen Drahtrost einbauen. Dadurch kommen die Hühnern nicht mit ihrem Kot in Kontakt.

Zum Eierlegen brauchen die Hühner ein Nest. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Anfangs können Sie es ruhig einmal mit einer einfachen Holzkiste versuchen, die mit Heu gepolstert ist. Damit die Hühner gleich kapieren, dass dies das Nest darstellen soll, können Sie sich im Fachhandel ein oder mehrere Gipseier kaufen und diese ins Nest legen. Gerne nehmen die Hühner ein Nest an, das erhöht aufgestellt ist. Bei mir sitzen sie am liebsten direkt unter dem Dach. Außerdem sollte es etwas dunkel sein, damit sich die Hühner geborgen fühlen.
Haben Sie jedoch einmal Eier fressende Hennen, dann werden Sie feststellen, dass dieses Heunest nicht das Wahre ist. Liegen nämlich schon vier Eier im Nest und dann kommt eine Henne hinauf, die gerne ihre Eier frisst, so werden das ganze Nest und die übrigen Eier beschmutzt, was dann ziemlich ekelhaft ist, wenn man die mit Eigelb verschmierten, restlichen Eier aus dem Nest holen muss. Außerdem muss gleich das ganze Nestmaterial gewechselt werden. Auch wenn zwei Hennen zusammen auf ein Nest wollen, gehen oftmals Eier zu Bruch.
Aus diesen Gründen rate ich sehr zu einem so genannten Europanest. Bei dieser Variante verschließt ein Mechanismus das Nest sofort, wenn eine Henne hineingeht. Dadurch kann keine zweite Henne mehr eindringen, was sonst meist zu Konflikten führt. Durch das Gewicht der Henne im Nest wird der Boden hinten nämlich leicht nach unten gedrückt, was dazu führt, dass sich der Boden vorne etwas hebt. Durch einen Drahtstift verschließt sich nun die Klappe. Im Nest befindet sich eine Kokosmatte, auf der die Henne relativ bequem sitzt. So gemütlich wie im Heunest ist es zwar nicht, aber trotzdem wird das Nest gerne angenommen. In der Mitte dieser Kokosmatte befindet sich ein Loch, durch das das gelegt Ei dann sofort rollt. Unter dem Nest ist eine Schublade mit einem Drahtboden, auf den das Ei kullert. Deshalb haben auch eierfressende Hennen keine Chance, da das Ei sofort verschwindet. Sie können das Ei dann bequem und sauber aus der Schublade holen.
Für den strengen Züchter sind jedoch auch diese Europanester nicht gut genug. Er greift zu einem Fallennest. Dieses Fallennest hat einen ähnlichen Schließmechanismus wie der des Europanests - allerdings von beiden Seiten, so dass weder eine Henne hinein, noch die legende Henne das Nest verlassen kann. Der Züchter muss die Henne dann befreien. Dies braucht man, um ein Ei zu 100 % der Henne zuordnen zu können, was in der Zucht ja außerordentlich wichtig ist.
Für je fünf Hühner wird ein Nest benötigt. Hält man nur 5 Hühner, so sind zwei Nester besser.

Damit die Hühner auch im Winter genügend Licht bekommen, was ja eine größere Anzahl an Eiern bedeutet, sollten Sie eventuell auch eine Beleuchtung einbauen, so dass die Hühner pro Tag 14 - 16 Stunden Licht bekommen.


Dies ist ein beispielhafter Grundriss eines Stalles. Er reicht für ca. 10 - 12 Hennen. Unter der Sitzstange befindet sich das Kotbrett. Es ist auch darauf zu achten, dass die Sitzstangen nicht direkt beim Fenster liegen, da es denn Hennen sonst zu hell wird. Durch die Klappe können die Hühner ins Freie und Sie durch die Tür in den Stall.

In der Realität kann dieser Grundriss dann ungefähr so aussehen. Von außen sieht man die Stallwand, mit einem Fenster und der Klappe. Für ein gutes Klima im Stall wurde das Fenster herausgenommen und durch ein Drahtgitter ersetzt. Dies darf allerdings nur bei einem Fenster gemacht werden, damit es nicht zu einem Durchzug kommt. Damit es nicht durch die Klappe hineinregnet, steht davor eine kleine Holzhütte.


(Stall sollte noch gestrichen werden)



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